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5. Grüne

Artenschutz-

konferenz

in Münster 2017

Natur- und Artenschutz

am Scheideweg

Samstag, 25.03.2017,

13:00 – 17:30 Uhr

Tagungsort:

Stadtwerke Münster,
48155 Münster

Hafenplatz 1



 

 

 

 

 

 

Das ist deutsche Massentierhaltung in Echtzeit. Die Fakten: Soviel Fleisch wird pro Sekunde produziert, so viele Tiere werden getötet: https://www.calobro.de/massentierhaltung

Legal, aber nicht legitim

Gibt es die Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung?  Hört man die konventionellen Landwirte,  die zu der Veranstaltung in Coesfeld gekommen waren, so muss man die Frage mit Nein beantworten. Zwei Welten prallten hier wieder einmal aufeinander. Dies zeigte sich im Anschluss an die Vorträge der Personen auf dem Podium. Misstrauen bestimmte die Diskussion, wenngleich man auch um Lösungen und einen versöhnlichen Ton bemüht war.

Ungefähr 150 Zuhörer waren in die Aula des WBK in Coesfeld gekommen um auf Einladung der Kreis-Grünen über die „Zukunft der Tierhaltung“ zu diskutieren.

Hier die Gegner der Massentierhaltung, die eine artgerechte, umweltschonende Tierhaltung wünschen, dort die konventionellen Landwirte, vor allem Schweinehalter, die in großer Zahl aus dem ganzen Kreisgebiet angereist waren.

Nachdem Dr.  Entenmann das Gutachten des wissenschaftlichen Beirates erläutert hatte, war die Stimmung bereits mächtig aufgeheizt.

Friedrich Ostendorff (MdB, Grüne) gab den Landwirten den Rat, rechtzeitig umzustellen auf tiergerechtere, ökologische Haltungsformen. „Verpasst nicht den Zug. So wird es nicht weitergehen“, riet er den Berufskollegen.

Doch wieder einmal  zeigte sich, dass ein Umdenken der konventionellen Landwirte kaum möglich ist.  Immer wieder tauchen die gleichen, alten Argumente auf:

·        Bio wird immer wieder gegen konventionell ausgespielt.

·        Die Medien berichten unsachlich über die Landwirtschaft.

·        Der Verbraucher ist Schuld, weil er ja das billige Fleisch will.

Bemerkenswert auch, dass vor allem von den Großbauern unter den Zuhörern ökonomische Argumente ins Feld geführt wurden.

Ethische Überlegungen spielen scheinbar gar keine Rolle: Wie es einer Sau geht, die wochenlang in einem engen Gitter bewegungsunfähig eingesperrt wird, ist erst einmal egal. Wenn das Schwein wächst, wird es artgerecht gehalten – so die Sichtweise vieler Bauern. Tiere als Produkte, als ökonomischer Faktor. Diese Sichtweise düfte für Verbraucher nur schwer nachvollziehbar sein.

Und: Es gibt kein Informationsdefizit auf Seiten der Verbraucher! Medien informieren. Das Thema Landwirtschaft ist überall präsent.  Skandale werden nicht von den Medien, sondern von den Verursachern produziert.

Menschen wissen, wie Schweine gehalten werden. Und das finden sie nicht gut. Sie wollen keine Tiere, an denen so lange herummanipuliert wurde, bis sie den Haltungsbedingungen angepasst waren. Gibt es hier überhaupt eine Grenze?

Doch leider hat sich bei Landwirten scheinbar ein rein technikorientiertes, ökonomisches Denken durchgesetzt.

Enttäuscht zeigten sich die Bauern über den mangelnden Erfolg der „Tierwohl-Initiative“. Vor allem, weil viele noch immer kein Geld für ihre Umbaumaßnahmen erhalten haben. Doch taugt das Argument, dass die Produkte im Regal liegen bleiben, dafür, dass man echte Maßnahmen, die zu mehr Tierwohl führen, nun grundsätzlich ablehnt?  Ein Zuhörer brachte es auf den Punkt:“ Setzen Sie Tierwohl endlich um. Es gibt ein Tierschutzgesetz und Regeln auf EU-Ebene: Ringelschwanz-Kupieren ist bereits verboten.“

Doch bei den Landwirten bleibt die Skepsis, dass Verbraucher die Bioprodukte auch kaufen, die sie produzieren sollen. 

Bemerkenswert ist auch, dass von den Landwirten immer wieder das Bild den Familienbetriebs, des Bauern als Ernährers seiner Familie und der Bevölkerung, heraufbeschworen wird. Eine Fiktion, die auch die Verbraucher längst durchschaut haben.

"Ringelschwänze und glückliche Schweine gibt es nur auf den Werbebildern der  Industrie und der Landwirtschaft, nicht in den Massentierhaltungsställen der konventionellen Landwirtschaft", so ein Zuhörer.

Ein anderer fasste es am besten zusammen: „Sicherlich ist die Tierhaltung, wie Sie sie praktizieren, legal, aber ist sie auch legitim?“